EVA-Stegfender sind flexible Schutzelemente, die an den Seiten, Ecken und Enden von Stegen montiert werden. Ihre Aufgabe ist es, den Kontakt zwischen der Bordwand eines Bootes und der harten Stegkonstruktion zu dämpfen und das Risiko von Kratzern, Abrieb und Schäden zu verringern.
Im Deutschen werden Produkte dieser Art unter anderem als Stegfender oder Hafenfender bezeichnet. Im Polnischen sind die gängigsten Bezeichnungen: odbojnik pomostowy, odbijacz pomostowy oder fender do pomostu.
Fender aus EVA-Schaum können an privaten Stegen, in Marinas, Yachthäfen, Anlegestellen, Segelclubs und Bootsverleihen eingesetzt werden.
Wofür dienen am Steg montierte Fender?
Beim Anlegen bewegt sich ein Boot unter dem Einfluss von Wellen, Wind, Wasserstandsänderungen und der Spannung der Festmacherleinen. Selbst ein korrekt vertäutes Boot kann die Stegseite gelegentlich berühren.
Ist die Seite des Stegs aus Holz, Stahl, Aluminium oder Beton gefertigt, kann direkter Kontakt führen zu:
Ein Fender schafft eine flexible Schicht zwischen Boot und Steg. Er nimmt einen Teil der Stoßenergie auf und verteilt den Druck auf eine größere Fläche.
Er ersetzt jedoch nicht das korrekte Anlegen oder an der Bordwand aufgehängte Fender. Den besten Schutz bietet die Kombination aus richtig platzierten Festmacherleinen, Bootsfendern und am Steg montierten Fendern.
EVA ist ein Copolymer aus Ethylen und Vinylacetat. Dieses Material wird überall dort eingesetzt, wo eine Kombination aus Flexibilität, Feuchtigkeitsbeständigkeit und Stoßdämpfung benötigt wird.
Der zur Herstellung von Fendern verwendete EVA-Schaum hat eine geschlossenzellige Struktur. Das bedeutet, dass er Wasser nicht wie ein Schwamm oder offenzelliger Schaum aufnimmt.
Die wichtigsten Eigenschaften von EVA-Fendern sind:
Die Fender müssen nicht gestrichen oder imprägniert werden. Empfohlen wird stattdessen eine regelmäßige Reinigung sowie die Kontrolle von Schrauben, Unterlegscheiben und Klebeverbindungen.
Einer der wichtigen Vorteile von EVA-Schaum ist, dass er nicht die typischen schwarzen Streifen hinterlässt, die für viele Gummielemente und als Notbehelf verwendete alte Reifen charakteristisch sind.
Das gilt auch für schwarze EVA-Fender. Die Farbe ist Teil der Materialstruktur und keine äußere, abfärbende Schicht.
Dies ist besonders bei weißen und hellen Rümpfen wichtig, an denen Gummispuren sehr sichtbar und oft schwer zu entfernen sind.
Die Fender sollten jedoch regelmäßig von Sand, Schlamm und anderen harten Verschmutzungen gereinigt werden. Material zwischen Fender und Bordwand kann unabhängig von der Art des Schutzes scheuernd wirken.
In Marinas findet man noch immer Schutzvorrichtungen aus alten Reifen, Gummistreifen oder zufällig gewählten Dämpfungselementen. Diese Lösungen können eine grundlegende Schutzfunktion erfüllen, haben aber auch erhebliche Einschränkungen.
Gummi und Reifen können:
EVA-Fender ermöglichen eine ebene, geordnete und einheitliche Schutzzone. Einzelne Elemente können nebeneinander montiert werden und schützen so den gesamten Liegeplatz, die Ecken und die Enden der Stegfinger.
EVA-Fender können unter anderem montiert werden an:
Sie kommen sowohl bei einem einzelnen privaten Boot als auch in großen Marinas mit vielen unterschiedlichen Booten zum Einsatz.
Bei stark frequentierten Anlagen sollten Fenderbreite, Anordnung der Befestigungspunkte und Montagehöhe an den Typ der anlegenden Boote und die Stegkonstruktion angepasst werden.
Ein vollständiges Stegschutzsystem sollte nicht nur die geraden Seiten des Stegs schützen, sondern auch die Ecken und die Enden der Stegfinger.
Lineare Fender werden entlang der geraden Seiten des Stegs montiert. Sie können einzeln oder nebeneinander angeordnet werden und bilden dann eine durchgehende Schutzfläche.
Das MARINA-System umfasst unter anderem:
Alle Modelle sind 6 cm dick. Sie unterscheiden sich in der Breite der Schutzfläche.
Stegecken sind besonders kontaktgefährdet, da sich die Aufprallkraft auf eine kleine Fläche konzentrieren kann.
Eckfender schützen zwei angrenzende Kanten und sorgen für durchgehenden Schutz zwischen den geraden Abschnitten.
Das Modell Y-Boom wurde für die Enden schmaler Stegfinger entwickelt. Die speziell geformte Rückseite ermöglicht die Anpassung des Fenders an ein abgerundetes oder profiliertes Konstruktionsende.
Solche Stellen sind beim Anlegen besonders stoßgefährdet.
Die Wahl des Fenders hängt vor allem ab von:
Schmalere Modelle werden meist an privaten Stegen, bei kleineren Booten und an Orten mit begrenzter Montagefläche eingesetzt.
Breitere Fender bieten eine größere Schutzfläche und verteilen den Druck besser. Sie sind besonders bei größeren Booten und in stark frequentierten Marinas nützlich.
Am wichtigsten ist jedoch die korrekte Festlegung der Montagehöhe. Der Fender sollte sich in der Zone des tatsächlichen Kontakts mit der Bordwand befinden, unter Berücksichtigung von Wasserstandsänderungen und unterschiedlichen Bootstypen.
Ein detaillierter Modellvergleich verdient einen eigenen Ratgeber: „Wie wählt man den passenden Fender für Steg und Bootsgröße?“
Die grundlegende Montagemethode ist die mechanische Befestigung mit Schrauben oder Bolzen, die an das Stegmaterial angepasst sind.
Es sollten breite Unterlegscheiben verwendet werden, da sie den Druck verteilen und verhindern, dass die Befestigungselemente zu tief in den Schaum eindringen. Schrauben dürfen nicht zu fest angezogen werden, da zu starker Druck das Material dauerhaft verformen kann.
Die Befestigungsart sollte an den Untergrund angepasst werden:
Die Befestigung sollte an einem stabilen Bauteil erfolgen, nicht nur an einer dünnen Verkleidung.
Der Hersteller empfiehlt die zusätzliche Verwendung von Klebstoff überall dort, wo Oberfläche, Material und Konstruktion des Stegs dies zulassen.
Der Klebstoff erhöht die Stabilität der Befestigung und schafft eine zusätzliche Verbindung über einen großen Teil der Fenderrückseite. Dadurch werden die Belastungen nicht ausschließlich über die Punkte übertragen, an denen sich die Schrauben befinden.
Zur Montage können unter anderem verwendet werden:
Der Klebstoff muss für den Außeneinsatz geeignet, feuchtigkeits- und witterungsbeständig sein und bei niedrigen Temperaturen flexibel bleiben.
Er sollte außerdem sowohl mit dem EVA-Schaum als auch mit dem Material des Stegs verträglich sein. Vor der Montage wird ein Haftungstest empfohlen.
Der Klebstoff sollte gemäß den Anweisungen des Herstellers aufgetragen werden. Manche Produkte erfordern das Auftragen in senkrechten Streifen oder punktförmig, damit sie unter Feuchtigkeitseinfluss richtig aushärten können.
Korrekt montierte EVA-Fender können ganzjährig am Steg bleiben.
Vor der Wintersaison sollten kontrolliert werden:
Besondere Vorsicht ist an Orten geboten, die Eisdruck oder der Bewegung großer Eisschollen ausgesetzt sind. Der Fender schützt vor dem Kontakt zwischen Boot und Steg, ist aber nicht dafür ausgelegt, dem Druck großer Eismassen standzuhalten.
Zur regelmäßigen Reinigung genügen in der Regel Wasser, eine weiche Bürste oder ein Schwamm sowie ein mildes Reinigungsmittel.
Nicht verwendet werden sollten:
In Marinas an Salzwasser lohnt es sich, Salzablagerungen regelmäßig zu entfernen. Auch der Bereich zwischen Fender und Stegkonstruktion sollte gereinigt werden.
Die MARINA-Stegfender sind Eigenentwicklungen des Unternehmens CREA-FORM. Ihre Designs wurden registriert und sind in der Europäischen Union durch das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) geschützt.
Die Eintragung eines Designs schützt das Erscheinungsbild des Produkts. Sie ist jedoch kein Qualitätszertifikat und kein Materialprüfbericht.
Die zur Herstellung verwendeten EVA-Materialien verfügen über technische Dokumentation sowie Laborprüfberichte. Die verfügbare Dokumentation umfasst unter anderem:
Die Dokumentation kann Geschäftskunden, Marinas und Handelspartnern auf begründete Anfrage zur Verfügung gestellt werden.
Ein gut durchdachtes Stegschutzsystem sollte jede Stelle schützen, an der Kontakt mit einem Boot auftreten kann.
Lineare Fender schützen die Seiten des Stegs, Eckmodelle schützen die Kanten, und Y-Boom-Fender schützen die Enden der Stegfinger.
Der Einsatz eines einheitlichen Systems bietet:
EVA-Stegfender sind eine Lösung sowohl für Besitzer einzelner Liegeplätze als auch für Marina-Betreiber, die Dutzende oder Hunderte Meter Steg schützen.
EVA-Stegfender schaffen eine flexible Schutzschicht zwischen der Bordwand eines Bootes und der harten Stegkonstruktion. Sie helfen, das Risiko von Kratzern, Abrieb und punktuellen Stößen zu verringern, und ermöglichen zugleich den ansprechenden Schutz langer Liegeplatzabschnitte.
EVA-Schaum nimmt Wasser nicht wie ein offenzelliges Material auf, lässt sich leicht reinigen und hinterlässt nicht die typischen schwarzen Spuren, die für viele Gummiprodukte charakteristisch sind — auch dann nicht, wenn der Fender selbst schwarz ist.
Die Wirksamkeit des gesamten Systems hängt jedoch von der richtigen Modellwahl, der korrekten Montagehöhe, geeigneten Befestigungselementen und der regelmäßigen Kontrolle des Fenderzustands ab.